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Pflegetag 2026: Wie viel kann die Pflege selbst entscheiden?

November 12 @ 10:00 - November 13 @ 17:00
Deutscher Pflegetag 2026: Mitbestimmung und Digitalisierung

Deutscher Pflegetag 2026: Wer die Zukunft der Pflege mitbestimmt

Der Deutsche Pflegetag verbindet in Berlin berufspolitische Debatten mit Fragen zur digitalen Versorgung. Zwei neue Kongressformate erweitern das Programm. Im Mittelpunkt steht, welchen Einfluss Pflegefachpersonen auf Veränderungen ihres Berufs haben.

Stand: 26. Oktober 2026

Einordnung in Kürze

  • Die 13. Ausgabe findet am 12. und 13. November im hub27 der Messe Berlin statt.
  • Das Motto „Pflege wirkt“ lenkt den Blick auf die Bedingungen professioneller Pflege.
  • Erstmals gehört der Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege zum Kongress.
  • Der Veranstalter meldet die Präsenzveranstaltung als ausgebucht; Aufzeichnungen sollen einen späteren Zugang ermöglichen.

Wer entscheidet darüber, wie Pflege künftig arbeitet? Diese Frage verbindet die berufspolitischen und technischen Themen des Deutschen Pflegetags 2026. Am 12. und 13. November treffen im Berliner hub27 Pflegefachpersonen auf Verantwortliche aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft.

Das vom Deutschen Pflegerat geleitete Hauptprogramm behandelt die Gestaltung des Berufs. Neue Formate widmen sich digitaler Versorgung und den unterschiedlichen Perspektiven von Pflegefachpersonen. Damit bietet der Kongress einen konkreten Anlass, über Mitbestimmung zu sprechen: Welche Veränderungen kann die Pflege selbst gestalten, und wo bleibt sie von Entscheidungen anderer abhängig?

Selbstbestimmung betrifft den Arbeitsalltag

„Pflege.Selbstbestimmt“ heißt eine der sechs Programmsäulen. Daneben stehen Wissen, Versorgungsgestaltung und weitere Zukunftsfragen. Hinter diesen Begriffen liegt eine praktische Auseinandersetzung: Wie viel fachlichen Handlungsspielraum erhalten Pflegefachpersonen?

Der Deutsche Pflegerat fordert, berufliche Aufgaben und Verantwortung stärker an den vorhandenen Qualifikationen auszurichten. Das ist die Position einer Interessenvertretung. Sie erklärt zugleich, weshalb der Pflegetag politische Debatten und fachliche Fortbildung zusammenführt. Wer über neue Versorgungsformen spricht, muss auch klären, wer sie verantworten darf.

Für das Publikum lohnt deshalb ein genauer Blick auf die Vorschläge: Benennen sie konkrete Zuständigkeiten? Erklären sie, welche Voraussetzungen Einrichtungen schaffen müssen? Erst daran lässt sich abschätzen, was eine angekündigte Veränderung für Beschäftigte bedeutet.

Digitalisierung muss ihren Nutzen zeigen

Am 12. November findet erstmals der Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege im Rahmen des Pflegetags statt. Er richtet sich an Verantwortliche aus Pflegeeinrichtungen, Verbänden, Politik und Digitalwirtschaft.

Wie konkret diese Diskussion werden kann, zeigt das angekündigte Programm der gematik. Ein Symposium behandelt die Frage, welche Anwendungen der Telematikinfrastruktur bereits heute für Pflegeeinrichtungen nutzbar sind. Gemeint ist die digitale Infrastruktur, über die Akteure des Gesundheitswesens Informationen austauschen können. Weitere Beiträge befassen sich mit der Verbreitung digitaler Lösungen und der künftigen Entwicklung dieser Infrastruktur.

Der redaktionelle Maßstab ist dabei einfach: Welche Arbeitsabläufe werden tatsächlich besser? Eine technische Anbindung allein beantwortet noch nicht, ob Informationen rechtzeitig vorliegen oder die Zusammenarbeit im Versorgungsalltag gelingt.

Die angekündigten Anwendungsbeispiele bieten Gelegenheit, diese Fragen anhand konkreter Erfahrungen zu prüfen. Ob die vorgestellten Lösungen überzeugen, lässt sich vor dem Kongress noch nicht bewerten.

Unterschiedliche Pflegeperspektiven bekommen eigenen Raum

Am zweiten Veranstaltungstag rückt der Care Culture Congress die Vielfalt und Perspektiven von Pflegefachpersonen in den Mittelpunkt. Das ergänzt die Debatte über Berufsautonomie um die Frage, wessen Erfahrungen darin vorkommen.

Auch die weiteren ergänzenden Formate setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Angekündigt sind unter anderem das Forum Langzeitpflege, der Junge Pflege Kongress Nordost und ein Forum für pflegende Angehörige. Die Programmstruktur berücksichtigt damit verschiedene berufliche Situationen und Versorgungskontexte.

Für Teilnehmende ist diese Differenzierung nützlich: Fragen aus der Langzeitpflege lassen sich gezielter behandeln, als wenn jede Diskussion die gesamte Versorgung abdecken soll. Zugleich bleibt zu beobachten, wie die Ergebnisse dieser einzelnen Foren in die übergreifenden Debatten einfließen.

Fachprogramm und Partnerinteressen unterscheiden

Nach den Presseunterlagen gestaltet ein unabhängiger Programmbeirat unter Leitung des Deutschen Pflegerats das Hauptprogramm. Premiumpartner und Sponsoren richten ein ergänzendes Partnerprogramm aus.

Diese Unterscheidung gehört zur Einordnung des Kongresses. Beiträge von Unternehmen und anderen beteiligten Organisationen können praktische Erfahrungen vermitteln. Ihre jeweiligen Interessen sollten bei der Bewertung erkennbar bleiben. Ein angekündigtes Produkt oder ein Versorgungsmodell ist zunächst ein Vorschlag, dessen Nutzen geprüft werden muss.

Der Pflegetag schafft dafür einen gemeinsamen Gesprächsraum. Politische Zusagen, technische Vorführungen und Erfahrungen aus der Pflegepraxis lassen sich dort aufeinander beziehen. Welche Konsequenzen daraus entstehen, wird sich erst nach der Veranstaltung zeigen.

Quellen und Transparenz

Die Einordnung beruht auf Veranstalterunterlagen sowie Angaben beteiligter Institutionen. Sie ist ein Vorbericht; ein eigener Veranstaltungsbesuch liegt nicht zugrunde. Alle Quellen wurden am 26. Oktober 2026 abgerufen.

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