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Seriesly Berlin: Wenn Serien politisch werden

Seriesly Berlin 2026: Wo Serien zur gesellschaftlichen Debatte werden
Seriesly Berlin bringt vom 14. bis 17. September internationale Premieren und Branchendebatten nach Berlin. 2026 geht es nicht nur um neue Serien, sondern auch um kreative Freiheit, europäische Koproduktionen und Creator-Formate.
Serien sind längst mehr als ein Unterhaltungsformat. Sie prägen politische Bilder, gesellschaftliche Debatten und die Wahrnehmung ganzer Regionen. Vom 14. bis 17. September 2026 untersucht Seriesly Berlin in seiner dritten Ausgabe, wie sich serielles Erzählen unter dem Einfluss neuer Plattformen, veränderter Produktionsbedingungen und wachsender politischer Spannungen entwickelt.
Das Festival verbindet öffentliche Premieren mit einer Fachkonferenz, Projektpräsentationen und informellen Gesprächsformaten. Die Seriesly Berlin Conference findet am 15. und 16. September in der Fotografiska Berlin statt. Für die Premieren wird erstmals auch das CineStar in der KulturBrauerei genutzt.
Damit erweitert Seriesly Berlin seine Präsenz in der Stadt. Das Festival bleibt zwar ein Branchentreffen, öffnet aber mit seinen Vorführungen zugleich ein Fenster zu Serien, die häufig noch vor ihrer regulären Veröffentlichung zu sehen sind.
Warum das Festival 2026 über die Branche hinaus relevant ist
Der redaktionell stärkste Schwerpunkt trägt den Titel „Stories at Risk“. Das Format ist als europäischer Think Tank zur kreativen Freiheit und demokratischen Kultur angelegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Bedingungen Geschichten heute entstehen oder verhindert werden.
Das Thema reicht über Film- und Fernsehproduktion hinaus. Eingriffe in redaktionelle Unabhängigkeit, politische Polarisierung, wirtschaftlicher Druck auf Produktionsunternehmen und die Konzentration von Vertriebswegen bei wenigen Plattformen können beeinflussen, welche Perspektiven ein Publikum erreichen.
Nach Angaben des Festivals soll „Stories at Risk“ keinen abschließenden Befund liefern, sondern eine weiterführende Branchendiskussion über die Bedingungen des europäischen Erzählens anstoßen. Gerade darin liegt sein Wert: Das Format verspricht keine einfache Lösung, sondern macht die strukturellen Konflikte hinter Serienproduktionen sichtbar.
Neue Wege für europäische Koproduktionen
Mit „Beyond the East-West Co-Production Myth“ greift Seriesly Berlin ein weiteres strukturelles Problem der europäischen Medienbranche auf. Koproduktionen zwischen west- und osteuropäischen Ländern werden häufig über Finanzierung, Förderzugänge oder Drehorte diskutiert. Kreative Entscheidungen und gleichberechtigte Partnerschaften geraten dabei leicht in den Hintergrund.
Der Programmschwerpunkt soll solche eingespielten Rollenverteilungen hinterfragen. Relevant ist das besonders in einer Branche, die internationale Zusammenarbeit benötigt, gleichzeitig aber mit unterschiedlichen Marktgrößen, Förderbedingungen und Entscheidungsmacht umgehen muss.
Die Initiative dürfte vor allem für Produzenten, Autoren, Förderinstitutionen und Sender interessant sein. Für ein allgemeines Publikum ist sie weniger unmittelbar zugänglich, berührt aber eine zentrale Frage: Wer entscheidet, welche europäischen Lebenswirklichkeiten in Serien sichtbar werden und aus welcher Perspektive sie erzählt sind?
Creator-Formate verändern das serielle Erzählen
Mit Seriesly Creators reagiert das Festival auf die wachsende Bedeutung von Plattformen außerhalb des klassischen Fernsehens und Streamings. Serielle Geschichten entstehen inzwischen auch für YouTube, TikTok, Instagram oder plattformübergreifende Formate. Dabei verändern sich Länge, Dramaturgie, Finanzierung und die Beziehung zwischen Kreativen und Publikum.
Das neue Programmfeld ist deshalb mehr als eine Erweiterung um Social Media. Es zeigt, dass sich die Grenzen zwischen professioneller Serienproduktion, digitalen Creator-Formaten und direkter Publikumsansprache verschieben.
Für Sender und Produktionshäuser entsteht daraus eine doppelte Herausforderung: Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit, können aber zugleich neue Erzählweisen und Talente entdecken. Entscheidend wird sein, ob Seriesly Creators diese Veränderungen kritisch untersucht oder vor allem erfolgreiche Plattformmodelle präsentiert.
Premieren zwischen Entdeckung und Branchenschaufenster
Das Premierenprogramm umfasst Produktionen aus verschiedenen Ländern und Genres. Auf der veröffentlichten Auswahl stehen unter anderem „JOSSI“, „City of Blood“, „AYÔ“, „Film Club“, „Clangold“, „Shipwrecked“, „Under Salt Marsh“ und „Beach Sisters“.
Eröffnet wird das Programm mit der Weltpremiere der deutsch-tschechischen Dramedy „JOSSI“, die von Schauspieler und Autor Dimitrij Schaad entwickelt wurde. Das Festivalprogramm enthält darüber hinaus Gespräche mit Kreativen und bietet damit die Möglichkeit, Produktionen nicht nur anzusehen, sondern ihre Entstehung und Erzählentscheidungen zu diskutieren.
Für das Berliner Publikum sind die Premieren der zugänglichste Teil des Festivals. Die Auswahl ist jedoch kuratiert und bildet keinen vollständigen Überblick über die internationale Serienproduktion. Seriesly Berlin funktioniert eher als Entdeckungsraum denn als Publikumsfestival mit einem möglichst breiten Angebot.
Für wen lohnt sich Seriesly Berlin?
Besonders relevant ist das Festival für:
- Autoren, Produzenten und Regisseure
- Sender, Streaming-Plattformen und Verleiher
- Filmhochschulen, Studierende und Nachwuchstalente
- Förderinstitutionen und Medienpolitik
- Creator und Entwickler digitaler Erzählformate
- Serieninteressierte, die internationale Produktionen früh entdecken möchten
Wer ausschließlich bekannte Stars, große Streaming-Marken oder einen klassischen Festivalbetrieb erwartet, sollte das Programm vor der Buchung genau prüfen. Der Schwerpunkt liegt auf fachlichem Austausch, neuen Projekten und Branchendebatten. Für Besucher ohne beruflichen Bezug sind vor allem die öffentlichen Premieren und ausgewählte Gesprächsformate interessant.
Berlin als Ort für neue Serienkultur
Berlin besitzt mit Filmförderung, Produktionsfirmen, Sendern, Studios, Hochschulen und der Berlinale bereits eine dichte Medienlandschaft. Seriesly Berlin versucht, darin eine Lücke zu besetzen: Das Festival konzentriert sich ausschließlich auf serielles Erzählen und verbindet die Präsentation neuer Produktionen mit Fragen nach Finanzierung, Freiheit und technologischer Veränderung.
Nach drei Ausgaben muss sich allerdings erst zeigen, ob daraus ein dauerhaft einflussreicher Treffpunkt entsteht. Die neuen Schwerpunkte sprechen dafür, dass das Festival ein eigenes Profil sucht nicht über Größe, sondern über die Verbindung von Serienkultur, Branchenpraxis und gesellschaftlicher Debatte.
Event-Infobox
Event: Seriesly Berlin 2026
Datum: 14. bis 17. September 2026
Konferenz: 15. und 16. September 2026
Konferenzort: Fotografiska Berlin
Adresse: Oranienburger Straße 54, 10117 Berlin
Weiterer Festivalort: CineStar in der KulturBrauerei
Adresse: Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin
Formate: Konferenz, Premieren, Pitches, Gespräche und begleitende Veranstaltungen
Zielgruppe: Film- und Fernsehbranche, Kreative, Studierende, Creator sowie internationales Serienpublikum
Akkreditierung: Industry-Akkreditierung laut Anmeldeseite 195 Euro; weitere Zugangsarten und Verfügbarkeiten sind auf der Buchungsseite zu prüfen
Ausgewählte Programm-Highlights
- Stories at Risk: Europäischer Think Tank über kreative Freiheit und demokratische Kultur
- Beyond the East-West Co-Production Myth: Diskussion über Machtverhältnisse und neue Modelle europäischer Koproduktionen
- Seriesly Creators: Creator-Plattformen und neue Formen des seriellen Erzählens
- Seriesly Berlin Pitches: Präsentation internationaler Serienprojekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien
- JOSSI: Weltpremiere der deutsch-tschechischen Dramedy von Dimitrij Schaad
- Internationale Premieren: unter anderem „City of Blood“, „AYÔ“, „Film Club“, „Shipwrecked“ und „Under Salt Marsh“
Besucher-Service
Für Konferenz, Pitches und weitere Branchenveranstaltungen ist eine Akkreditierung beziehungsweise Einladung erforderlich. Der Zugang zu Premieren hängt von der jeweiligen Vorstellung und der Ticketverfügbarkeit ab.
Da das Festival an mehreren Orten stattfindet, sollten Besucher Spielort und Beginn jedes Termins einzeln im Onlineprogramm kontrollieren. Zwischen Fotografiska Berlin in Mitte und der KulturBrauerei in Prenzlauer Berg muss zusätzliche Fahrtzeit eingeplant werden.
Kurzfristige Programmänderungen, Restkarten und Zugangshinweise veröffentlicht der Veranstalter über das digitale Festivalprogramm.
FAQ
Wann findet Seriesly Berlin 2026 statt?
Das Festival läuft vom 14. bis 17. September 2026. Die zweitägige Fachkonferenz ist für den 15. und 16. September angesetzt.
Sind die Veranstaltungen öffentlich?
Einzelne Premieren sind für ein allgemeines Publikum zugänglich. Für Konferenz, Pitches und Branchenformate wird in der Regel eine Akkreditierung oder Einladung benötigt.
Was unterscheidet Seriesly Berlin von einem klassischen Filmfestival?
Der Schwerpunkt liegt ausschließlich auf seriellen Formaten. Neben Vorführungen behandelt das Festival Entwicklung, Finanzierung, kreative Freiheit, internationale Koproduktion und neue Plattformmodelle.
Wo findet das Festival statt?
Zentrale Spielorte sind die Fotografiska Berlin in Mitte und das CineStar in der KulturBrauerei in Prenzlauer Berg. Weitere Veranstaltungen können an ergänzenden Orten stattfinden.
Quellen und Transparenz
Grundlage des Beitrags sind die veröffentlichten Angaben und Programme des Veranstalters. Ticketverfügbarkeit und kurzfristige Änderungen sollten unmittelbar vor dem Besuch erneut geprüft werden.
- Offizielle Website von Seriesly Berlin
- Premierenprogramm 2026
- Digitales Festivalprogramm
- Informationen zur Akkreditierung beim Erich Pommer Institut
- Hintergrund zu „Stories at Risk“
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Details
- Datum: September 14
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Zeit:
8:00 - 17:00
- Veranstaltungskategorie: Messen & Business
- Veranstaltung-Tags:Berlin, CineStar KulturBrauerei, Dimitrij Schaad, europäische Koproduktion, Filmwirtschaft, Fotografiska Berlin, Für wen lohnt sich Seriesly Berlin 2026?, JOSSI, Serienproduktion, Seriesly Berlin, Seriesly Creators, Stories at Risk, Streaming, Welche Serien zeigt Seriesly Berlin 2026?, Wo finden die Premieren von Seriesly Berlin statt?
- Website: https://www.serieslyberlin.com/de/
Veranstalter
- REGIME Media GmbH
- Telefon +49 30 695 972 0
- E-Mail hello@serieslyberlin.com
- Veranstalter-Website anzeigen