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Stummfilm-Hollywood auf der Museumsinsel

August 26 @ 21:00 - August 28 @ 23:00
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UFA Filmnächte 2026 feiern Berlin-Jubiläum auf der Museumsinsel

Die UFA Filmnächte kehren vom 26. bis 28. August 2026 auf die Berliner Museumsinsel zurück. Unter dem Motto „Auf nach Hollywood!“ verbinden sie drei amerikanische Stummfilmklassiker deutscher Regisseure mit eigens ausgewählter Live-Musik.

Drei Filmabende im Kolonnadenhof

Spielort ist der Kolonnadenhof der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Bertelsmann präsentiert das Open-Air-Festival in Kooperation mit der UFA; nach Angaben der Veranstalter handelt es sich 2026 um die insgesamt 16. Ausgabe und um das 15. Berlin-Jubiläum der Filmnächte.

Das Programm richtet sich an Filminteressierte, Liebhaberinnen und Liebhaber von Live-Musik sowie an ein Publikum, das Kulturgeschichte außerhalb klassischer Kino- und Konzertorte erleben möchte. Jeder Abend verbindet eine historische Filmvorführung mit einer eigenständigen musikalischen Interpretation.

Den Auftakt bildet am 26. August Ernst Lubitschs „Lady Windermere’s Fan“ aus dem Jahr 1925. Die Verfilmung der Gesellschaftssatire von Oscar Wilde wird von The Roaring Dames begleitet. Das eigens für die Filmnächte zusammengestellte, rein weiblich besetzte neunköpfige Ensemble spielt unter der Leitung der Geigerin Luiza Labouriau die Premiere einer Neukomposition von Tobias Schwencke. Beginn ist nach aktuellen Veranstalterangaben um 21 Uhr.

Am 27. August folgt Paul Lenis Gruselkomödie „The Cat and the Canary“, auf Deutsch „Spuk im Schloss“. Der 1927 in den Universal Studios entstandene Film verbindet Elemente des amerikanischen Unterhaltungskinos mit Stilmitteln des deutschen Expressionismus. Das Ensemble Spooky Tune spielt eine Komposition von Neil Brand; als Solistin ist Carolina Eyck am Theremin angekündigt.

Den Abschluss bildet am 28. August Friedrich Wilhelm Murnaus „Sunrise – A Song of Two Humans“, auf Deutsch „Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen“. Murnaus Hollywood-Debüt aus dem Jahr 1927 wird von Ekkehard Wölk und dem Silent Light Orchestra begleitet. Der Film wurde nach seiner Veröffentlichung mit drei Oscars ausgezeichnet.

Deutsche Filmkunst im frühen Hollywood

Die Programmauswahl richtet den Blick auf eine Phase, in der deutsche Regisseure im amerikanischen Studiosystem erheblichen Einfluss gewannen. Lubitsch, Leni und Murnau brachten Erzählweisen, Bildästhetik und Inszenierungserfahrungen aus dem deutschen und europäischen Kino der 1920er-Jahre nach Hollywood.

Damit geht das Programm über eine nostalgische Rückschau hinaus. Es zeigt, dass Filmgeschichte früh durch internationale Arbeitsmigration, wirtschaftliche Interessen und den Austausch kreativer Verfahren geprägt wurde. Amerikanische Studios warben europäische Filmschaffende gezielt an, weil sie deren gestalterisches Potenzial für den wachsenden Kinomarkt erkannt hatten.

Diese Entwicklung erhielt in den 1930er-Jahren eine andere, existenzielle Dimension: Zahlreiche Filmschaffende mussten Deutschland infolge der nationalsozialistischen Verfolgung verlassen, darunter viele jüdische Künstlerinnen und Künstler. Ihre Arbeit beeinflusste das amerikanische Kino langfristig. Das diesjährige Programm konzentriert sich zeitlich auf die vorausgehende Phase der 1920er-Jahre, verweist aber zugleich auf diese spätere Geschichte von Vertreibung, Migration und kulturellem Transfer.

Kulturort und touristische Kulisse

Für Berlin besitzt das Festival auch eine städtische und touristische Funktion. Die Museumsinsel ist UNESCO-Welterbe und einer der international bekanntesten Kulturorte der Hauptstadt. Der Kolonnadenhof wird während der Filmnächte zu einem temporären Freiluftkino, in dem Architektur, Film und Musik als gemeinsames Aufführungserlebnis wahrgenommen werden.

Wirtschaftlich bleibt die Veranstaltung ein überschaubares Kulturformat, stärkt aber die Verbindung zwischen Filmwirtschaft, Live-Musik, Kulturtourismus und historischer Vermittlung. Die Ticketpreise liegen nach aktuellem Stand bei 22 Euro einschließlich Vorverkaufsgebühr.

Berichtenswert ist vor allem die Verbindung aus kanonisierten Filmen und neuen beziehungsweise neu interpretierten musikalischen Begleitungen. Dadurch werden Werke, die ursprünglich nie als stille Vorführungen gedacht waren, nicht lediglich archiviert gezeigt, sondern als gegenwärtige Aufführungskunst erschlossen.

Warum dieses Event relevant ist

  • Historische Einordnung: Das Programm zeigt den Einfluss deutscher Filmschaffender auf die Entwicklung des frühen Hollywoods.
  • Live-Erlebnis: Alle drei Stummfilme werden von Ensembles und Solistinnen beziehungsweise Solisten live begleitet.
  • Besonderer Kulturort: Der Kolonnadenhof verbindet Filmvorführung, Konzert und die Architektur der Museumsinsel.
  • Neue musikalische Arbeit: Zum Auftakt erlebt eine Komposition von Tobias Schwencke ihre Premiere.
  • Relevanz für Berlin: Das Festival stärkt die Verbindung von Filmkultur, Kulturtourismus und öffentlichem Stadtraum.

Was Besucher wissen sollten

  • Termin: 26. bis 28. August 2026
  • Ort: Museumsinsel, Kolonnadenhof, Bodestraße 1–3, 10178 Berlin
  • Preis: Nach aktuellem Stand 22 Euro pro Abend einschließlich Vorverkaufsgebühr
  • Format: Open-Air-Stummfilmvorführungen mit Live-Musik
  • Zugang: Beim Einlass sind Sicherheitskontrollen vorgesehen; aktuelle Vorgaben sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Fazit & Ausblick

Die UFA Filmnächte 2026 verbinden drei Werke des frühen Hollywoods mit deutscher Filmgeschichte und zeitgenössischer Live-Musik. Durch die Konzentration auf Lubitsch, Leni und Murnau rückt das Programm eine Phase internationaler Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in den Mittelpunkt, deren Auswirkungen bis in das heutige Kino reichen.

Beobachtenswert bleibt, wie historische Filmwerke durch neue Kompositionen, ungewöhnliche Instrumentierungen und öffentliche Aufführungsorte für ein heutiges Publikum zugänglich gemacht werden. Das 15. Berlin-Jubiläum bietet dafür einen konkreten Anlass, ohne die Filme auf nostalgische Kulisse zu reduzieren.

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FAQ-Bereich

Wann finden die UFA Filmnächte 2026 statt?

Die Filmnächte laufen vom 26. bis 28. August 2026 an drei aufeinanderfolgenden Abenden.

Wo werden die Filme gezeigt?

Spielort ist der Kolonnadenhof auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte, Bodestraße 1–3.

Welche Filme stehen auf dem Programm?

Gezeigt werden „Lady Windermere’s Fan“, „The Cat and the Canary“ und „Sunrise – A Song of Two Humans“.

Werden die Stummfilme mit Musik begleitet?

Ja. Jeder Film erhält eine Live-Begleitung durch ein Ensemble. Am zweiten Abend ist zudem Carolina Eyck am Theremin angekündigt.

Wie viel kosten die Eintrittskarten?

Tickets kosten nach aktuellem Stand 22 Euro einschließlich Vorverkaufsgebühr.

Quellenliste

  • Offizielle Veranstaltungsseite der UFA Filmnächte 2026
  • Offizielle Presseinformationen der UFA Filmnächte
  • Programm- und Musikangaben der UFA Filmnächte
  • Ticketinformationen des Veranstalters
  • Bertelsmann SE & Co. KGaA
  • UFA GmbH
  • Berlin.de, Veranstaltungskalender
  • Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • Angaben zu Preisen, Beginn und Sicherheitsbestimmungen nach aktuellem Stand; kurzfristige Änderungen sind möglich