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Warum der „Blaue Montag“ bis heute relevant bleibt

Februar 2 @ 20:00 - 22:30
Blauer Montag, lebendes Stadtmagazin, Arnulf Rating, Kabarett Berlin

Das lebende Stadtmagazin: Warum der „Blaue Montag“ kulturell überlebt

Kulturelle Öffentlichkeit entsteht dort, wo Unterschiedliches gleichzeitig Platz hat. In einer Zeit fragmentierter Diskurse wirken solche Räume seltener und damit politischer, als sie sich selbst verstehen.

Der 227. „Blaue Montag“, präsentiert von Arnulf Rating, knüpft an genau diese Idee an: eine offene Bühne, auf der Formen, Stimmen und Haltungen bewusst nebeneinanderstehen.

Ursprung, Ziel und Abgrenzung

Seit 1990 existiert der „Blaue Montag“ als lose, aber konsequente Antwort auf kulturelle Vereinheitlichung. Nicht als Festival, nicht als Gala, sondern als fortlaufende Varieté-Form, die Wandel nicht behauptet, sondern sichtbar macht. Das Format versteht sich weniger als kuratiertes Programm denn als lebendes Stadtmagazin: wechselnde Künstler, wechselnde Tonlagen, kein festes Narrativ.

Austragungsort ist das Kabarett-Theater Die Wühlmäuse, ein Haus, das seit Jahrzehnten politischem Kabarett und populärer Satire Raum gibt. Seit 2004 existiert das Konzept zudem als „Blauer Mittwoch“ im Kleist Forum ein Hinweis darauf, dass das Format nicht an eine Szene gebunden ist, sondern an eine Haltung.

Inhaltlich unterscheidet sich der „Blaue Montag“ von kuratierten Comedy- oder Musikabenden durch seine bewusste Heterogenität. Polit-Stand-up trifft auf Artistik, Liedermacher auf Stummfilmvertonung, klassische Couplets auf digitale Magie. Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall, sondern Kern des Konzepts.

Beteiligte Perspektiven

Gastgeber Arnulf Rating fungiert weniger als Moderator denn als ordnende Instanz. Seine politische Satire rahmt den Abend, ohne ihn zu dominieren. Auf der Bühne stehen beim 227. Termin unter anderem der iPad-Magier Andreas Axmann, der Stummfilm-Komponist Stephan Graf von Bothmer, der Diabolo-Artist Söran Diabolista, der Polit-Stand-up-Kabarettist Frowin sowie Liedermacher und Kabarettisten wie Michael Krebs, Manfred Maurenbrecher und Gernot Voltz. Die musikalische Begleitung übernehmen die Vocaphoniker mit Liedern der 1920er-Jahre.

Aus Sicht der Veranstalter ist der Abend ein Experimentierraum. Aus Sicht der Stadtöffentlichkeit ist er ein Angebot zur Reibung ohne moralische Anleitung, aber mit klarer Haltung gegen Beliebigkeit.

Warum dieses Format jetzt relevant ist

Der „Blaue Montag“ funktioniert, weil er sich dem aktuellen Kulturtrend widersetzt. Während viele Formate auf Zielgruppenoptimierung, Algorithmenlogik und Erwartungssicherheit setzen, bleibt dieses Varieté offen, manchmal sperrig, gelegentlich überfordernd. Gerade darin liegt seine Aktualität.

Gesellschaftlich zeigt sich hier ein Gegenvorschlag zur Vereinzelung: Menschen teilen einen Abend, ohne sich auf eine gemeinsame Meinung einigen zu müssen. Kulturell wird sichtbar, dass politischer Diskurs nicht nur in Talkshows oder Social Feeds stattfindet, sondern auch im Nebeneinander von Humor, Musik und Artistik.

Für Besucher bedeutet das: keine Garantie auf Gefallen, aber auf Relevanz. Für die Stadt ist es ein Indikator dafür, dass analoge Öffentlichkeit weiterhin funktioniert. Für die Branche zeigt sich, dass langlebige Formate nicht durch Innovation, sondern durch konsequente Offenheit überleben.

Diese Einordnung trägt auch ohne den konkreten Eventnamen: Wo Kultur nicht erklärt, sondern ausgesetzt wird, entsteht ein Raum, der Debatten nicht löst, aber ermöglicht.

Fazit und journalistischer Ausblick

Der „Blaue Montag“ ist kein Nostalgieformat, sondern ein funktionierendes Gegenmodell zur kulturellen Verwertungskette. Seine Bedeutung liegt weniger im Programm als in der Haltung. Solche Formate werden nicht größer aber wichtiger.

🔔 Weiterführende Einordnungen und Analysen finden Sie auf Events.Presse.Online.

FAQ

Wann und wo findet der 227. „Blaue Montag“ statt?
Am Montag, 2. Februar 2026 um 20 Uhr im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse in Berlin.

Für wen ist das Event relevant?
Für kulturinteressierte Besucher, die politische Satire, Musik und Performance im offenen Zusammenhang erleben wollen.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt?
Zeitdiagnosen, politische Satire, kulturelle Vielfalt und künstlerische Experimente.

Was unterscheidet den „Blauen Montag“ von ähnlichen Abenden?
Die bewusste Mischung unterschiedlichster Kunstformen ohne thematische Vereinheitlichung.

Warum ist das Event journalistisch berichtenswert?
Weil es exemplarisch zeigt, wie analoge Kulturformate gesellschaftliche Öffentlichkeit herstellen.

Quellenliste:

  • Programm- und Hintergrundinformationen zum „Blauen Montag“, Presse- und Archivmaterial

  • Angaben des Kabarett-Theaters Die Wühlmäuse zur Veranstaltungsreihe und Historie

  • Künstlerbiografien und Eigenangaben der beteiligten Kabarettisten, Musiker und Performer

  • Zeitgenössische Berichterstattung und kulturjournalistische Einordnungen zum „Blauen Montag“ seit 1990

  • Eigene redaktionelle Recherche und Kontextualisierung von Events.Presse.Online

  • Öffentliche Angaben zur Spielstätte zur Reihe „Der Blaue Mittwoch“

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