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Festival of Lights 2026: Was in Berlin neu ist

Oktober 10 @ 19:00 - Oktober 18 @ 23:00
Animierte Figuren der Installation „Guestlings“ auf der beleuchteten Fassade des Doms Berlin

Festival of Lights 2026: Berlin wird zur digitalen Leinwand

Berlin schaut auf seine Wahrzeichen. Beim Festival of Lights bekommen sie vorübergehend andere Oberflächen: bewegte Bilder, animierte Figuren, farbige Projektionen. Seit Freitag, dem 9. Oktober, läuft die diesjährige Ausgabe. Bis zum 18. Oktober sind die Inszenierungen grundsätzlich zwischen 19 und 23 Uhr zu sehen.

Was diese Ausgabe interessant macht, ist die unterschiedliche Rolle des Publikums. Am Konzerthaus können Besucher selbst Teil der Fassadenkunst werden. Im Berliner Dom wiederum entsteht ein zeitlich begrenztes Veranstaltungsformat mit Sitzplätzen und Eintrittskarten. Dieselbe Kunstform verlangt damit sehr verschiedene Arten der Aufmerksamkeit: vorbeigehen, mitmachen oder für eine Vorstellung bleiben.

Am Konzerthaus gestaltet das Publikum die Fassade mit

Die Installation „Guestlings“ von Tom Braunschedel macht das Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu einem digitalen Gästebuch. Besucher gestalten über einen QR-Code auf ihrem Smartphone einen Avatar und schicken ihn in die Projektion. Dort bewegen sich die Figuren über die Architektur und begegnen einander.

Der Beitrag des Einzelnen bleibt dabei sichtbar. Die Fassade zeigt ein Bild, das sich durch die Teilnahme des Publikums verändert. Das unterscheidet die Arbeit von einer vorproduzierten Show, deren Ablauf unabhängig von den Menschen davor feststeht.

Zum Programm am Konzerthaus gehören auch Kinderzeichnungen unter dem Titel „Male das, was du liebst“. Beteiligt sind unter anderem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Björn Schulz Stiftung. Das Festivalmotto erhält hier konkrete Motive: Dinge und Lebewesen, die den Zeichnenden etwas bedeuten. Für die Besuchsplanung gilt eine Ausnahme: Am 11. Oktober findet am Konzerthaus kein Festivalprogramm statt.

Neu im Dom: eine halbe Stunde für Licht und Architektur

„Beyond the Light – Reflections“ ist die neue Veranstaltungsreihe im Berliner Dom. Vom 9. bis zum 11. Oktober sind acht jeweils 30-minütige Videoshows angesetzt. Dreidimensionale Projektionen inszenieren den Innenraum, begleitet von Musik von Good Vibes Tribe 11:11.

Damit verändert sich die Betrachtungssituation. Draußen bestimmen Besucher selbst, wie lange sie vor einem Gebäude stehen. Im Dom geben Beginn und Dauer einen gemeinsamen Rahmen vor. Die Architektur wird für eine zusammenhängende Vorstellung genutzt.

Die Reihe „Festival of Lights in Concert“ kehrt dagegen zurück. Laut Veranstalter findet sie bereits zum dritten Mal statt. Vom 13. bis zum 17. Oktober sind zehn einstündige Konzerte vorgesehen. Zum Line-up gehören unter anderem Westbam, Anja Schneider und Klangkarussell. Angekündigt sind Ambient-Sets mit jeweils darauf abgestimmter Videokunst. Die bekannten DJ-Namen stehen hier für ein anderes Format als einen üblichen Clubabend.

Lichtkunst braucht nicht überall eine Gebäudewand

Auch außerhalb des Doms lohnt es sich, auf die Unterschiede zwischen den Arbeiten zu achten. In der Alten Potsdamer Straße hängen bei „Papillons“ von Pitaya farbige Schmetterlinge zwischen den Baumkronen. Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten die einzelnen Elemente von innen. Hier entsteht das Bild durch körperliche Objekte im Stadtraum, nicht durch eine Projektion auf eine Fassade.

Im Nikolaiviertel steht wiederum eine Videoinszenierung zu „Babylon Berlin“ auf dem Programm. Bekannte Serienbilder treffen auf einen realen Berliner Schauplatz. Zusammen mit den interaktiven Figuren am Konzerthaus und den Innenraumshows im Dom zeigt das, wie unterschiedlich Lichtkunst eingesetzt wird: als Erzählung, als Mitmachangebot oder als Inszenierung von Architektur.

Kostenloser Stadtrundgang und Ticketveranstaltung bestehen nebeneinander

Der Veranstalter verbindet „Colours of Love“ mit dem Anspruch, für Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt zu werben. Das beschreibt die Absicht des Festivals. Eine gesellschaftliche Wirkung lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Konkreter ist die Frage des Zugangs. Nach Veranstalterangaben wird das Festival privat finanziert; Partner und Sponsoren ermöglichen den kostenlosen Besuch sämtlicher Open-Air-Attraktionen. Die Veranstaltungen im Dom benötigen dagegen ein Ticket.

Für Besucher sind das zwei eigenständige Möglichkeiten. Wer Lichtkunst bei einem Spaziergang entdecken will, kann bei den frei zugänglichen Stationen bleiben. Wer die Verbindung von Projektion, Musik und Kirchenraum sucht, muss einen bestimmten Termin wählen. Der kostenlose Teil bleibt dabei ein vollständiger Festivalbesuch.

Quellen und Transparenz

Abruf: 10. Oktober 2026. Die Einordnung beruht überwiegend auf veröffentlichten Veranstalterinformationen. Sie ist keine Rezension eines eigenen Festivalbesuchs.

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