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Berlin Fashion Week 2027: Wer eine Bühne bekommt

Januar 29, 2027 @ 10:00 - Februar 1, 2027 @ 17:00
Schneiderpuppe mit unfertigem Kleidungsstück neben Stoffbahnen und Schnittmustern in einem Modeatelier.

Berlin Fashion Week 2027: Was die Förderung bewegen soll

Die ersten Förderentscheidungen für die Berlin Fashion Week 2027 stehen fest. Vom 29. Januar bis 1. Februar treffen internationale Labels auf eine Modewoche, die öffentliche Unterstützung mit Anforderungen an ihre Teilnehmer verbindet.

Stand: 4. November 2026

Einordnung in Kürze

  • Die Auswahl für BERLIN CONTEMPORARY und STUDIO2RETAIL gibt einen ersten Einblick in die kommende Ausgabe.
  • Die Förderung finanziert Modenschauen und Formate, die auch ein Publikum außerhalb der Branche ansprechen.
  • Nachhaltigkeitsanforderungen regeln die Aufnahme ins offizielle Programm. Eine unabhängige Zertifizierung ersetzen sie nicht.
  • Der Zugang zu einzelnen Schauen erfolgt über die jeweiligen Veranstalter.

Die Berlin Fashion Week stellt bereits vor der ersten Modenschau eine Frage: Welche Mode soll in der Hauptstadt eine Bühne bekommen? Für die Ausgabe vom 29. Januar bis 1. Februar 2027 geben die jetzt veröffentlichten Förderentscheidungen eine erste Antwort. Berlin unterstützt ausgewählte Labels bei ihren Präsentationen und fördert zugleich Veranstaltungen, die sich auch an Endkundinnen und Endkunden richten.

Damit lässt sich die Modewoche als Instrument der Kultur- und Wirtschaftsförderung betrachten. Öffentliche Mittel helfen dabei, Kollektionen sichtbar zu machen. Ob daraus langfristige Geschäftsbeziehungen entstehen oder Marken wirtschaftlich wachsen, lässt sich aus einer Förderzusage allein allerdings nicht ableiten.

Die Förderung setzt vor dem Laufsteg an

Nach der Mitteilung vom 30. Oktober erhalten im Wettbewerb BERLIN CONTEMPORARY 19 Labels jeweils 25.000 Euro zur Umsetzung einer Modenschau. Die ausgewählten Marken kommen aus sechs Ländern. Zu den Neuzugängen zählen OSHOBOR und Madomorpho.

Die Unterstützung greift an einem konkreten Punkt an: der Finanzierung einer Präsentation. Eine Kollektion zu entwerfen und sie vor einem Fachpublikum zu zeigen, sind unterschiedliche Aufgaben. Der Wettbewerb stellt für die zweite Aufgabe Mittel bereit.

Für die Einordnung der kommenden Ausgabe ist deshalb relevant, welche gestalterischen Positionen ausgewählt werden. Die Förderliste ist jedoch noch kein vollständiger Veranstaltungskalender. Aus ihr ergeben sich weder sämtliche Schauentermine noch die konkreten Besuchsmöglichkeiten.

Mode soll auch außerhalb der Fachbranche stattfinden

Einen anderen Zugang verfolgt STUDIO2RETAIL. Hier wurden sechs Konzepte ausgewählt, die das Fachpublikum und Endverbraucher einbeziehen sollen. Gefördert werden Formate wie Showrooms, Pop-ups und Ausstellungen.

Diese Ausrichtung verändert die Rolle des Publikums. Wer Mode außerhalb beruflicher Zusammenhänge verfolgt, ist bei einer klassischen Fachveranstaltung häufig auf Bilder und Berichte angewiesen. Öffentlich zugängliche Formate können dagegen unmittelbare Begegnungen mit Labels und ihren Arbeiten ermöglichen.

Für Berlin liegt darin ein eigener kultureller Ansatz: Mode kann im Stadtraum stattfinden, ohne dass jeder Besuch eine Einladung zu einer Laufstegshow voraussetzt. Welche Angebote im Januar tatsächlich zugänglich sein werden und welche Anmeldung sie erfordern, muss anhand der jeweiligen Veranstaltungsangaben geprüft werden.

Nachhaltigkeitsregeln sind kein Gütesiegel

Zur Auswahl gehört inzwischen auch ein Regelwerk für Nachhaltigkeit. Nach Angaben der Berlin Fashion Week gelten seit der Saison SS27 Mindestanforderungen für die Aufnahme in den offiziellen Showplan und die Teilnahme an Talentförderprogrammen. Für erstmals teilnehmende Marken ist eine zweisaisonale Pilotphase vorgesehen.

Dabei ist die Art der Prüfung wesentlich. Die Labels reichen einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung ein. Die Unterlagen werden auf Vollständigkeit und formale Konsistenz geprüft. Die Veranstalter erklären ausdrücklich, dass dies weder eine Zertifizierung noch eine unabhängige Überprüfung sämtlicher Nachhaltigkeitsaussagen darstellt.

Die Aufnahme in den Kalender darf deshalb nicht als pauschaler Nachweis nachhaltiger Produktion verstanden werden. Das Regelwerk schafft Teilnahmebedingungen. Wie eine einzelne Marke produziert und welche Aussagen sie belegen kann, bleibt eine gesonderte journalistische Frage.

Der Zugang bleibt von der einzelnen Veranstaltung abhängig

Die Berlin Fashion Week ist eine Initiative der Berliner Wirtschaftsverwaltung. An ihrer Umsetzung sind unter anderem der Fashion Council Germany und die Kommunikationsagentur Press Factory beteiligt. Die einzelnen Marken und Veranstalter verwalten ihre Einladungen selbst.

Für Pressevertreter und andere Fachbesucher bedeutet das: Eine Anfrage eröffnet keinen automatischen Zugang zu sämtlichen Veranstaltungen. Laut aktueller Akkreditierungsseite soll das Formular für die Winterausgabe im Dezember 2026 wieder öffnen.

Die kommende Modewoche lässt sich damit schon jetzt über ihre Auswahl- und Förderstruktur einordnen. Welche Kollektionen daraus entstehen und wie die öffentlichen Formate umgesetzt werden, wird erst das konkrete Programm zeigen.

Event auf einen Blick

Event: Berlin Fashion Week, Herbst/Winter 2027, AW27
Termin: Freitag, 29. Januar, bis Montag, 1. Februar 2027
Ort: Berlin; Veranstaltungsorte je nach Show und Format
Beginn und Einlass: abhängig von der jeweiligen Veranstaltung
Fachpublikum und Presse: individuelle Akkreditierung beziehungsweise Einladung
Akkreditierungsstart: laut Veranstalter im Dezember 2026
Öffentliches Publikum: zugängliche Angebote über STUDIO2RETAIL; Bedingungen je Veranstaltung prüfen

Quellen und Transparenz

Der Vorbericht beruht auf offiziellen Veranstalterinformationen. Die Einordnung der Förderstruktur ist redaktionell; ein eigener Veranstaltungsbesuch liegt nicht zugrunde. Alle Quellen wurden am 4. November 2026 abgerufen.

  • Berlin Fashion Week: „Alte Bekannte, neue Freunde: Die Gewinner:innen der Konzeptwettbewerbe BERLIN CONTEMPORARY und STUDIO2RETAIL“, Pressemitteilung vom 30. Oktober 2026. Originalmitteilung.
  • Berlin Fashion Week: „Sustainability Requirements“, offizielle Erläuterung zu Anforderungen, Prüfverfahren und Pilotphase; ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum. Regelwerk und Prüfgrenzen.
  • Berlin Fashion Week: „About BFW“, offizielle Angaben zu Terminen, Organisation und Teilnahme; ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum. Veranstalterinformationen.
  • Berlin Fashion Week: „Akkreditierungen AW27“, veränderliche Serviceseite zum angekündigten Akkreditierungsstart. Akkreditierungsseite

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