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Wenn Pflanzen in Berlin Geschichten erzählen

Mai 30 @ 12:00 - Mai 31 @ 18:00
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Kiezklang in Berlin-Britz: Ausstellung macht Pflanzen zu Klangzeugen von Migration und Erinnerung

Berlin. Pflanzen stehen oft still im Raum bei „Kiezklang – Von Pflanzen und Menschen“ sollen sie hörbar werden. Am 30. und 31. Mai 2026 verwandelt das partizipative Kunstprojekt das Foyer Kulturstall auf dem Gutshof Schloss Britz in Berlin-Neukölln in einen Ort zwischen Ausstellung, Klanginstallation und gesellschaftlicher Befragung.

Nach Angaben von Schloss Britz findet die Ausstellung jeweils von 12 bis 18 Uhr im Foyer Kulturstall, Alt-Britz 81, 12359 Berlin, statt. Das Projekt stammt von der Klangkünstlerin Cassis B Staudt und der Objekt- und Fotokünstlerin Hadmut Bittiger. Gezeigt werden Fotografien, Pflanzenklänge, Interviewauszüge und eine Live-Performance; die Kulturstiftung Schloss Britz führt das Format als „Ausstellung & Performance“.

Der besondere Ansatz: Bioelektrische Impulse der Pflanzen werden in Echtzeit in Klang übersetzt. Die Pflanzen erscheinen dadurch nicht nur als dekorative Objekte, sondern als Trägerinnen von Erinnerung, Herkunft und biografischen Übergängen. Fotografien sollen ihre Individualität sichtbar machen, während die Klänge eine zusätzliche Ebene des Zuhörens öffnen.

Journalistisch interessant ist „Kiezklang“ nicht allein, weil hier Pflanzen „Musik“ erzeugen. Relevanter ist die Frage, was eine Pflanze über Menschen erzählen kann. Viele Menschen nehmen Pflanzen mit, wenn sie umziehen, ein Zuhause verlassen, neu anfangen oder Verbindung zu einem früheren Ort bewahren wollen. Eine Zimmerpflanze kann so zum stillen Archiv werden: Sie überlebt Ortswechsel, Wohnungswechsel, familiäre Brüche und kulturelle Übergänge.

Gerade in Neukölln erhält dieser Gedanke eine besondere städtische Bedeutung. Der Bezirk steht wie kaum ein anderer Berliner Raum für Migration, Verdichtung, unterschiedliche Generationen, soziale Spannung und kulturelle Vielstimmigkeit. Laut Angaben der bezirklichen Kulturförderung begegnen die Künstlerinnen im Projekt Menschen unterschiedlicher Generationen und kultureller Hintergründe in Neukölln; Ausgangspunkt ist jeweils eine Pflanze, zu der die Person eine besondere Beziehung hat. Das Projekt richtet sich gezielt auch an Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Migrationsgeschichte.

Damit verschiebt „Kiezklang“ den Blick: Nicht die große politische Debatte steht im Vordergrund, sondern die persönliche Spur im Alltag. Die Ausstellung fragt, wie Erinnerung weitergegeben wird, wenn Sprache nicht ausreicht oder wenn Erzählungen leise bleiben. Dass Pflanzen dabei als Vermittlerinnen auftreten, macht das Format ungewöhnlich aber nicht beliebig. Es verbindet Umweltwahrnehmung, Biografie, Klangkunst und Stadtkultur.

Für Besucherinnen und Besucher ist das Event relevant, weil es niedrigschwellig mehrere Zugänge bietet: Man kann die Ausstellung als künstlerisches Experiment erleben, als Auseinandersetzung mit Migration und Zugehörigkeit oder als sinnliche Begegnung mit Natur und Technik. Beim Langen Tag der StadtNatur wird das Angebot als Mitmachaktion für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche, Familien und Erwachsene geführt; dort sind für Samstag, den 30. Mai, Zeitfenster um 13:30 Uhr und 15:30 Uhr genannt. Zugleich vermerkt Schloss Britz bei den Performancezeiten nach bisherigem Stand noch „Zeiten kommen“, sodass Besucher aktuelle Angaben vorab prüfen sollten.

Kulturell passt das Projekt in eine Entwicklung, in der Kunst zunehmend Räume für ökologische und soziale Fragen öffnet. Klangkunst, partizipative Formate und dokumentarische Elemente werden nicht getrennt, sondern miteinander verschränkt. Gesellschaftlich ist „Kiezklang“ interessant, weil es Zugehörigkeit nicht abstrakt behandelt, sondern über konkrete Dinge des Lebens: eine Pflanze, ein Zimmer, eine Erinnerung, eine Stimme.

Auch wirtschaftlich und touristisch ist das Format nicht ohne Bedeutung. Berlin lebt von einer Kultur, die nicht nur in großen Museen und Theatern stattfindet, sondern in Stadtteilen, Gutshöfen, Kulturhäusern und temporären Projekträumen. Solche Veranstaltungen stärken Orte wie Schloss Britz als Kulturstandort jenseits der klassischen Innenstadtachsen. Für Neukölln kann das ein weiterer Baustein sein, Kultur nicht nur als Event, sondern als städtische Verständigungsarbeit sichtbar zu machen.

„Kiezklang – Von Pflanzen und Menschen“ ist damit keine gewöhnliche Ausstellung über Pflanzen. Es ist ein Versuch, die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Stadt neu hörbar zu machen leise, experimentell und gerade deshalb beobachtenswert.

Warum dieses Event relevant ist

  • Für Besucherinnen und Besucher: Das Projekt verbindet Ausstellung, Klang, Fotografie und persönliche Geschichten zu einem ungewöhnlichen Kulturerlebnis.
  • Für Familien: Nach Angaben des Langen Tags der StadtNatur richtet sich das Angebot auch an Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Familien.
  • Für die Berliner Kulturszene: „Kiezklang“ zeigt, wie partizipative Kunst gesellschaftliche Themen ohne klassische Podiumssituation verhandeln kann.
  • Für Neukölln: Das Projekt greift Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit aus einer lokalen Perspektive auf.
  • Für Schloss Britz: Die Veranstaltung stärkt den Kulturstandort Britz als Ort für zeitgenössische, stadtbezogene Formate.

Was Besucher wissen sollten

  • Termin: 30. und 31. Mai 2026, jeweils nach bisherigen Angaben von 12 bis 18 Uhr.
  • Ort: Foyer Kulturstall auf dem Gutshof Schloss Britz, Alt-Britz 81, 12359 Berlin.
  • Format: Ausstellung und Performance mit Fotografien, Pflanzenklängen, Interviewauszügen und Live-Elementen.
  • Zielgruppe: Kulturinteressierte, Familien, Jugendliche, Erwachsene, Menschen mit Interesse an Klangkunst, Stadtgesellschaft und Migration.
  • Tickets/Zugang: Beim Langen Tag der StadtNatur wird das Angebot als kostenfrei und ohne Ticketpflicht genannt; aktuelle Angaben vor Besuch prüfen.

Fazit & Ausblick

„Kiezklang – Von Pflanzen und Menschen“ ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es gesellschaftliche Fragen nicht frontal erklärt, sondern über Wahrnehmung, Klang und persönliche Objekte erschließt. Das Projekt zeigt, wie Stadtteilkultur in Berlin Themen wie Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit sinnlich erfahrbar machen kann. Beobachtenswert ist, ob solche Formate künftig stärker als Brücke zwischen Kunst, Naturbildung und Stadtgesellschaft wirken.

8. FAQ-Bereich

Wann findet „Kiezklang – Von Pflanzen und Menschen“ statt?
Die Ausstellung findet am 30. und 31. Mai 2026 statt, nach bisherigen Angaben jeweils von 12 bis 18 Uhr.

Wo ist die Ausstellung zu sehen?
Im Foyer Kulturstall auf dem Gutshof Schloss Britz, Alt-Britz 81, 12359 Berlin.

Was passiert bei „Kiezklang“?
Bioelektrische Impulse von Pflanzen werden in Echtzeit in Klang übersetzt. Ergänzt wird das durch Fotografien, Interviewauszüge und Performance-Elemente.

Für wen eignet sich das Event?
Für Erwachsene, Jugendliche, Familien und Kinder ab sechs Jahren sowie für Menschen mit Interesse an Kunst, Klang, Natur, Migration und Stadtgesellschaft.

Ist der Besuch kostenpflichtig?
Beim Langen Tag der StadtNatur wird das Angebot als kostenfrei und ohne Ticket nötig geführt. Aktuelle Hinweise des Veranstalters sollten vorab geprüft werden.

Quellenliste

  • Kulturstiftung Schloss Britz / Schloss-Gutshof Britz: Veranstaltungsangaben zu „Kiezklang – Von Pflanzen und Menschen“
  • Veranstaltungskalender Schloss-Gutshof Britz
  • Langer Tag der StadtNatur 2026: Angebotsseiten zu „Was wäre, wenn Pflanzen sprechen könnten – und wir hören zu?“
  • Bezirksamt Neukölln / Kulturförderung: Projektbeschreibung „Kiezklang“
  • Greensoundsworld / Cassis B Staudt: Angaben zur Pflanzenmusik und Biodaten-Sonifikation
  • Nach aktuellem Stand: Performancezeiten teilweise noch in Aktualisierung; Besucher sollten kurzfristige Veranstalterangaben prüfen